Bald ist es wieder so weit, das Osterfest steht vor der Tür. Der Frühling lässt die zarten Knospen an Bäumen und Sträuchern sprießen. Die Kinder freuen sich auf den Osterhasen und bunte Ostereier schmücken das Osternest. Apropos Eier, die kostbarsten Eier der Welt sind wohl die berühmten Fabergé- Eier. Die Fabergé- Eier sind einzigartig gearbeitete Schmuckgegenstände in Form von Ostereiern.
Die Geschichte der Fabergé-Eier
Der Ursprung und die Geschichte der Fabergé-Eier liegen in Russland. Zum Osterfest, welches zu den wichtigsten Feiertagen in Russland zählt, ist es schon seit dem 17. Jahrhundert Brauch, sich geschmückte Ostereier und drei Küsse zu schenken. Am russischen Zarenhof gab es natürlich etwas mehr als nur „normale“ Eier. Zar Alexander der Dritte gab im Jahr 1885 beim Hofjuwelier Carl Peter Fabergé ein ganz besonderes Ei in Auftrag. Das „Hennen-Ei“ schenke er seiner Gemahlin Zarin Maria Fjodorowna. Die Begeisterung für dieses Ei war so groß, dass ihm weitere Fabergé-Eier folgen sollten. Jedes Jahr schenkte der Zar seiner Frau ein weiteres Ei für Ihre Sammlung. Auch nach seinem Tod 1895 führte sein Sohn Zar Nikolaus der Zweite diese Tradition fort. Er ließ 40 weitere Eier herstellen die er dann zu Ostern seiner Mutter und seiner Gemahlin schenkte.
Zwischen 1885 und 1916 schuf Fabergé also insgesamt 50 wunderschöne und einzigartige Schmuckeier für die russische Zarenfamilie. Einige der Fabergé-Eier wurden auch von anderen wohlhabenden Personen in Auftrag gegeben, welche es dem Zaren gleichtun wollten. Insgesamt 500 Mitarbeiter beschäftige Fabergé in seinen Werkstätten. Zweigstellen unterhielt er in Moskau, Odessa und London. Ein jedes der wertvollen Eier erzählt seine eigene Geschichte. Einige berühmte Eier werden nachfolgend vorgestellt.
Berühmte Fabergé-Eier
Das erste Ei der wertvollen Serie ist das „Hennen-Ei“. Die Eierschale aus weißer Emaille, lässt das Kunstwerk fast wie ein echtes Ei aussehen. Im Inneren des Überraschungs-Eis steckt ein goldener Dotter, in dem wiederum eine Henne aus Vierfarbgold, verziert mit Augen aus Rubinen, versteckt ist.
Das „Rosenknospen-Ei“ wurde von Zar Nikolaus II. 1895 an seine Gattin verschenkt. Es besteht aus mehrfarbigem Gold und Emaille und ist besetzt mit Diamanten. Unter seiner Schale verbirgt sich eine gelbe aufklappbare Rosenknospe aus Gold und Emaille. In der Rosenknospe waren ursprünglich zwei weitere Überraschungen enthalten. Eine Miniaturkopie der kaiserlichen Krone und ein eiförmiger Rubinanhänger. Der Verbleib dieser Schmuckstücke ist allerdings unklar.
Das wohl wertvollste Fabergé- Ei ist das sogenannte „Krönungs-Ei“. Der Wert dieses Eis beträgt derzeit 30 Millionen US-Dollar. Dieses schenkte der russische Zar Nikolaus II im Jahre 1897 seiner deutschen Gemahlin Alexandra. Es ist äußerlich den Motiven von Alexandras Krönungsmantel nachempfunden und besteht aus Gold, Emaille und Diamanten. Als Überraschung steckt im Inneren eine detailgetreue Nachbildung einer Kutsche, mit der die Zarin durch Moskau zur Uspensky-Kathedrale fuhr. Die kleine Schmuckkutsche besteht aus Gold, Emaille und Platin sowie Diamanten, Rubinen und Bergkristall.
Das „Maiglöckchen-Ei“ wurde erstmals auf der Weltausstellung 1900 in Paris ausgestellt. Die äußere rosafarbene Emaille-Schale ist mit kleinen Maiglöckchen aus Perlen und Diamanten verziert. Die Überraschung im Inneren besteht aus drei Miniaturporträts von Zar Nikolaus II. und seinen beiden ältesten Töchtern, welche durch eine Drehung des Perlknopfes aus dem inneren an der Spitze des Eis hervorkommen und sich entfalten.
Das „Kuckucks-Ei“ entstand 1900. Es ist ein barock gestaltetes Ei und stellt eine kleine Tischuhr dar. Es ist eines von sechs Fabergé-eiern mit eingebauter Spieluhrtechnik. Es besteht aus Gold, blauer Emaille, Diamanten, Rubinen und Perlen. Durch Knopfdruck öffnet sich ein Deckel auf der Spitze des Eis und ein kleiner Vogel kommt zum Vorschein. Er kann krähen und mit den Flügeln schlagen. Vorn am blauen Ei befindet sich eine Uhr.
Wo sind die Fabergé-Eier heute?
Den Kunsthistorikern ist gegenwärtig nur der Verbleib von 42 Eiern bekannt. Diese verteilen sich auf folgende Museen und Sammlungen:
- 10 Eier in der Rüstkammer des Moskauer Kremls (Russland)
- 9 Eier in der Sammlung Wiktor Wekselberg (Russland)
- 5 Eier im Virginia Museum of Fine Arts (USA)
- 3 Eier in der Sammlung des britischen Königshauses (GB)
- 3 Eier im New Orleans Museum of Art (USA)
- 2 Eier bei der Edouard and Maurice Sandoz Foundation (Schweiz)
- 2 Eier im Hillwood Museum, Washington, D.C.(USA)
- 2 Eier im Walters Art Museum, Baltimore (Maryland, USA)
- 1 Ei in der Sammlung Rainier III. (Monaco)
- 1 Ei im Cleveland Museum of Art (USA)
- 4 Eier in anonymen Privatsammlungen
Die weltberühmten Fabergé-Eier sind der Inbegriff von Luxus und stehen für höchste Goldschmiedekunst. Für alle Fabergé-Fans und Interessierten gibt es, neben den oben aufgeführten Orten, ein Fabergé Museum in Baden Baden. Das Museum ist das einzige seiner Art, es widmet sich dem Lebenswerk des Zarenjuweliers. Neue Eier baute exklusiv die Firma Victor Mayer aus Pforzheim. Von 1989 bis 2009 wurde dort die Tradition Fabergés, mit dem Exklusivrecht den Stempel Fabergé für ihre Produkte zu verwenden, weitergeführt.

